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SPENDE

Berichte

 
Die Praktikumsbörse München Mitte kooperiert derzeit mit folgenden Schulen:
Mittelschule an der Fürstenrieder Straße
Mittelschule an der Schrobenhausener Straße
Mittelschule an der Ridlerstraße
Mittelschule an der Alfonsstraße
Mittelschule am Winthirplatz
Mittelschule an der Elisabeth-Kohn-Straße
Mittelschule am Gotzinger Platz
Lukasschule
Sonderpädagogisches Förderzentrum München Mitte 1
Sonderpädagogisches Förderzentrum München Mitte 3
 
und folgenden sozialen Einrichtungen:
STÜPS - schuleberuf e.V.
Verein Stadtteilarbeit e.V.
Initiativgruppe Interkulturelle Begegnung und Bildung e.V.
Jugendmigrationsdienst
Das Laimer Jugendzentrum
Jugendzentrum Schwabing-West
MOP Integrativer Jugendtreff
IG Mobile - Sozialpädagogische Lernhilfen

Einige Eindrücke von Berufsorientierungsprojekten an den Schulen:

"Ich will Modellbauer werden"

Hauptschüler lernen Ausbildungsbetriebe im Gewerbehof Westend kennen

Modellbauer

Laim/Westend "· Noch drücken sie die Schulbank: Alex, Meltem, Esra, Martin und Sebastian. Sie sind zwischen 13 und 15 Jahre alt und gehen in die Klasse 8 b der Hauptschule an der Schrobenhausener Straße. Für den Abschluss in der neunten Klasse erhoffen sie sich, ebenso wie ihre Klassenkameraden, gute Noten. Die sind wichtig, denn sie entscheiden mit darüber, ob Schulabgänger einen Ausbildungsplatz ihrer Wahl bekommen werden. Worauf es ebenfalls ankommt bei der Berufswahl, erfuhren die Schülerinnen und Schüler bei einem Projekt, das hilft sich zu orientieren. Eben dazu hatte die Praktikumsbörse für Hauptschüler der IG Feuerwache gemeinsam mit dem Münchner Gewerbehof- und Technologiezentrum Westend eingeladen.

Durch die Veranstaltungsreihe sollen Klassen der Hauptschulen in der Ridler-, der Schrobenhausener- und der Fürstenrieder Straße die Möglichkeit bekommen, den Gewerbehof und in Frage kommende Betriebe, in denen junge Leute ausgebildet werden, kennenzulernen. Rudolf Boneberger, der Geschäftsführer des Gewerbehof- und Technologiezentrums, begrüßte bei der Eröffnungsveranstaltung die Laimer Schulklasse mit ihrem Lehrer Josef Jakob, die Leiterin der Praktikumsbörse Claudia Jovanovic, die Jugendsozialarbeiterin Sophia Droste sowie Gerhard Ameres, Leiter der IG Feuerwache. Boneberger erklärte, er wolle den Kontakt zu den Schulen vertiefen. Gleichzeitig vermittelte er den Jugendlichen Tipps, die ihnen beim Start ins Berufsleben helfen können.

 

"Unglaubliche Vielfalt"

"Früher gab es in den Hinterhöfen Schreinereien, Druckereien, Schlossereien, die klassischen Handwerksbetriebe eben", wusste Boneberger über die Geschichte der Gewerbehöfe zu berichten. Die Handwerker seien nach und nach durch sanierte Wohnungen verdrängt worden. Woraufhin die Stadt München vor 20 Jahren erkannt habe: "Wir brauchen Gewerbehöfe!" So seien überall im Stadtgebiet Gewerbehöfe entstanden. Der im Westend beherberge über hundert Klein- und mittelständische Bbetriebe: Schlosser, Schreiner, Elektriker, Design-Firmen, Drucker und vieles andere mehr. Auf die Frage von Gerhard Ameres, in welchen Berufen ausgebildet werde, sagte Boneberger: "Ungefähr die Hälfte der Firmen bilden aus und zwar quer durch alle Sparten. Das ist eine unglaubliche Vielfalt." Weil Handwerker Individualisten seien, riet Boneberger den Schülerinnen und Schülern: "Gehen Sie aktiv auf die Betriebe zu und erklären sie dem Meister, warum sie ausgerechnet bei ihm in die Lehre gehen wollen." Und weiter: "Wenn Sie selbst nicht wissen, warum Sie ausgerechnet dorthin wollen, wie soll er dann wissen, weshalb er Sie einstellen soll?" Sein praktischer Tipp: "Rufen Sie an, schicken Sie Ihre Unterlagen und bitten Sie um ein persönliches Gespräch."

 

"Dreieinhalb Jahre durchhalten"

Davon, wie es im Gewerbehof zugeht, konnte sich die Klasse bei der Firma "Demo Design Modellbau" und in der "Druckerei Kieckens" ein gutes Bild machen. Klaus Hinderegger, Design-Modellbauer und Industrie-Designer demonstrierte den jungen Leuten anhand eines Mobiltelefons, was den Modellbau ausmacht. "Bevor Firmen ein Produkt auf den Markt bringen, lassen sie es von uns bauen." Das von Modellbauern gefertigte Gerät müsse so aussehen wie das Original, es sei aber nur "gefaked". Es sei eine gewollte Fälschung, die nicht funktioniere, aber vermittelt, wie das Gerät am Ende aussähe und wie es in der Hand liege. Bei Prototypen von Fahrzeugen würden in solchen Fällen natürlich kleinere Maßstäbe gebaut. Ein Cockpit, Parfüm-Flakons, ein Reiseföhn, ein Gerät, das registriert, wie sich ein Patient nach der Einnahme von Medikamenten fühlt und viele andere Dinge mehr sind bei "Demo Design Modellbau" gefertigt worden. Zurzeit bildet der Betrieb drei Modellbauer aus. "Modellbauer ist ein toller Beruf. Es gibt immer wieder neue Herausforderungen. Es ist nie das Gleiche", sagt Klaus Hinderegger. Er nennt allerdings auch die Schattenseiten: Staub, Lärm und unregelmäßige Arbeitszeiten. Wer bei ihm Modellbauer werden wolle, "muss mich davon überzeugen, dass er den Beruf ergreifen will und dass er dreieinhalb Jahre Lehre durchhält." Hauptschüler mit einem qualifizierten Abschluss hätten neben Realschülern die besten Chancen.

 

"Wie ein Künstler"

Druckerei

In der Druckerei "Kieckens" zeigte der Offset-Drucker Markus Lantenhammer den Jugendlichen, wie eine Druckmaschine funktioniert. Damit es nicht zu Fehldrucken komme, die ganz schnell mehrere tausend Euro kosten könnten, sei es nötig, äußerst aufmerksam zu arbeiten, erklärte er. Lantenhammer: "Wir müssen viel Gefühl haben, fast wie Künstler. Ein kleines Ruckeln und das Gesicht auf einem Plakat ist ganz blass." Deshalb sei es wichtig, die Maschine richtig einzurichten, bevor Tausende von Briefbögen, Visitenkarten oder Flugblätter durch die Maschine liefen. Josef Jakob, Klassenlehrer der 8 b, fand die Veranstaltung gelungen. "Dadurch lernen die Schüler Berufsbilder und ein Spektrum an Möglichkeiten kennen, von denen sie sonst nichts erfahren hätten." Auch Sophia Droste und Claudia Jovanovic finden, das Projekt sei "unbedingt notwendig". Denn: "Es ist wichtig, dass die jungen Leute von den Ausbildern direkt gesagt bekommen, worauf es ankommt." Auch wenn viele der Jugendlichen bereits wissen, was sie werden wollen – darunter Koch, Hotelkauffrau, Bankkauffrau, Modedesignerin – für den 14-jährigen Alex steht nach dem Besuch im Gewerbehof fest: "Ich will Modellbauer werden." TG

Werbe Spiegel, Woche 11 – 2010

 

Berufliche "Chancen schenken"
Die Praktikumsbörse sucht Betriebe, die Jugendlichen helfen, ihren Beruf zu finden

Laim/Westend "· Karolina hatte Glück. Die Schülerin der achten Klasse der Laimer Hauptschule an der Schrobenhausener Straße wird in vier Wochen dort ein Praktikum antreten, wo sie es sich gewünscht hat – im Parkhotel. Darauf freut sie sich. Viele ihrer Mitschülerinnen und Mitschüler sind dagegen noch auf der Suche. Das über zwei Wochen laufende Praktikum in der achten Klasse ist Teil des Lehrplans. Obwohl Lehrerinnen und Lehrer sowie Schulsozialarbeiter die Jugendlichen nach Kräften dabei unterstützen, Unternehmen zu finden, in dem sie in ihre Wunschberufe hineinschnuppern können, klappt es nicht immer, geeignete Betriebe zu finden und sie dann dafür zu gewinnen.

Zweck einer "Praktikumsbörse” ist es in solchen Fällen, Bewerber und Unternehmen, die zueinander passen, gezielt zusammenzubringen. "Chancen schenken" heißt das Motto, unter dem Claudia Jovanovic, die Leiterin des Projektes in Laim und auf der Schwanthalerhöhe Betriebe sucht, die bereit sind, jungen Leuten eine Chance zu geben. Bei der jüngsten Sitzung des Bezirksausschusses Schwanthalerhöhe (BA 8) warb die Angestellte der IG-Feuerwache, einer Jugendeinrichtung im Westend, für dieses regionale Netzwerk: "Bitte unterstützen Sie uns. Wir erhoffen uns davon auch eine gute Wirkung auf die Betriebe." Die Abgeordneten des Lokalparlaments zeigten sich angetan von der Idee. Und so wird im Informationsblatt für die Börse neben dem Stadtjugendamt, REGSAM und der Arbeitsgemeinschaft für Beschäftigung auch der Bezirksausschuss Schwanthalerhöhe als Förderer der Börse genannt werden.

 

"Die waren sehr nett zu mir"

Claudia Jovanovic und Karolina haben viel miteinander geredet, um herauszufinden, was für ein Berufsfeld zu der 14-Jährigen passt. Die Projektleiterin: "Karolina hat sehr viele Interessen und konnte sich nicht entscheiden." Es habe sich herauskristallisiert, dass es am besten ist, Karolina die Arbeit in einem Hotel kennenlernen zu lassen. Die erste Hürde, das Vorstellungsgespräch, hat Karolina gut gemeistert. Trotz aller Aufregung! "Ich war voll gestresst, weil ich nicht wusste, was ich sagen sollte." Dass alles gut gegangen sei, habe auch daran gelegen, dass "die sehr nett zu mir waren.” Sie dürfe das Praktikum im Hotel an der Burgkmairstraße absolvieren.

Die Sozialpädagogin Jovanovic betreut jeweils um die 50 Schülerinnen und Schüler der Hauptschulen in der Schrobenhausener Straße in Laim und in der Ridlerstraße im Westend. Ziel ihrer Arbeit sei es, gemeinsam mit Lehrern und Schulsozialarbeitern herauszubekommen, wo die Talente der Jugendlichen lägen. Sie bedauert, dass zu viele das Erstbeste nehmen, das sich anbiete, ohne sich Gedanken über passendere Möglichkeiten zu machen. Die Projektleiterin will Jugendlichen neue Wege aufzeigen, sich über Berufe schlau zu machen und eingefahrene Gleise zu verlassen. Jungen sollten sich nicht ausschließlich auf technische Berufe, wie den des Mechanikers und Mädchen nicht nur auf solche im Bereich der Dienstleistung konzentrieren. Denn: "Es gibt viel mehr Möglichkeiten." Es habe sich herausgestellt, dass es sinnvoll ist, mit Mädchen und Jungen einzeln zu sprechen, um herauszufinden, was das jeweils richtige Praktikum ist. "In der Gruppe trauen sich viele nicht zu sagen, wo ihre Interessen liegen und was ihr Wunschberuf ist." Manche hätten eindeutig Angst davor gehabt, ausgelacht zu werden.

 

Erster Kontakt zur Arbeitswelt

Das Praktikum sei unglaublich wichtig für das spätere Leben der jetzt jungen Leute, betont Jovanovic. Es sei der erste Kontakt zur Arbeitswelt, der helfe, zu entscheiden, in welche Richtung es gehen solle. Die Projektleiterin wendet sich speziell an lokale Betriebe: "Wenn Sie Jugendliche auf dem Weg ins Berufsleben unterstützen wollen, dann lassen Sie sich in unsere Datenbank aufnehmen." Alle dort eingegebenen Angaben seien passwortgeschützt, nur Lehrkräfte und Sozialarbeiter hätten einen Zugriff auf die Daten der Börse. Jovanovic verspricht ein "Plus für Jugendliche und Betriebe." So könnten Jugendliche erproben, ob sie für ihren Wunschberuf geeignet seien. Das verbessere ihre Chancen auf dem Ausbildungsmarkt. Und die Betriebe erhielten im Gegenzug die Möglichkeit, Nachwuchskräfte kennenzulernen und sie in die Arbeitswelt einzuführen. Einige Klassenkameraden von Karolina hoffen nun, über die Praktikumsbörse doch noch ihr "Wunschpraktikum" zu bekommen. Sehr gefragt bei den Jugendlichen seien Handwerksbetriebe, weiß Claudia Jovanovic.

Interessierte Unternehmen können sich per an Claudia Jovanovic wenden:
E-Mail: c.jovanovic[at]initiativgruppe.de

Werbe Spiegel, Woche 08 – 2009